Montag, 14. Juni 2010

Vorstoß in der Kogelgrabenhöhle Kat.Nr.1616/75

Am 12.6.2010, 9.30 Uhr, traf ich mich mit Jürgen Bauschmit und Jürgen Hofer bei der Kogelgrabenhöhle. Der Wasserstand war überraschend nieder, was bedeutete, dass wir das ganze Zeug weiter als normal schleppen mussten. Nach einer Stunde war aber das auch geschafft und wir konnten uns bereit machen. Jürgen Hofer tauchte halbtrocken und versuchte, eine von mir im Vorjahr entdeckte Gangfortsetzung vor der Engstelle in 21m Tiefe alleine zu untersuchen. Ich tauchte mit dem anderen Jürgen gemeinsam ab mit dem Ziel, am derzeitigen Ende der Höhle weiterzuforschen. Ich tauchte als Erster voraus und kontrollierte die Leine.An der Engstelle angekommen, musste ich feststellen, dass sie sich sehr stark mit dem kleinen Kies verfüllt hatte. Ich hatte ordentlich zu kämpfen, um die Stelle passieren zu können. Jürgen ging's auch nicht besser, er musste beide Stages nach vorne nehmen und schaffte es nach einigen Minuten durchzukommen!Nach dem Okay setzten wir unseren Weg durch die geräumigen Gänge fort. Die Leine war in sehr gutem Zustand und nur an einer Stelle gerissen gewesen. Nach gut 30 Minuten erreichten wir das Ende des ersten Siphons. Da der Wasserstand so niedrig war, mussten wir unsere Ausrüstung ein gutes Stück weiter als normal schleppen und das macht einem ganz schön zu schaffen. Um 12.55 Uhr waren wir dann endlich ganz hinten und ich konnte mit der Arbeit beginnen. Zuerst versuchte ich, mit zusätzlich mitgebrachtem Seil weiter den Schlot hochzu-schlossern. Ich stieg am herunterhängenden Seil hoch und kletterte weiter über die letzte Lasche empor. Nach nur 5m und einem Spit dachte ich, dass es besser sei, wenn ich mir den unten liegenden Gang ansehe. Ich blickte noch einmal den Gang hoch und seilte 15 m ab bis zur Querung, die rund 15m über dem Wasserspiegel ist. Der Gang beginnt ca 7 m über der Wasseroberfläche des 2. Siphons. Dazu seilte ich weiter ab und musste einen 2 Meter rutschigen Überhang hochklettern. Es waren gute Griffe und so war ich im Nu oben und stand tatsächlich in einem geräumigen Gang. An dieser Stelle führt auch noch ein weiterer Schlot nach oben, den ich aber noch nicht genauer untersuchte. Der horizontale Gang führt ca 25-30 m weit zurück, bis er dann über eine 2,5 m hohe Lehmrutsche runter zu einem kleinen See führt. Ca 3 m lang, 1 m breit und 0,3 tief. Jetzt wieder die 2,5m über eine feuchte gatschige Lehmrutsche hoch. Leider ging's ohne Seil nicht mehr weiter. Ich blickte rechts runter auf einen Siphon, von links kam ein weiterer Schrägschlot herein. Insgesamt sind da jetzt 3 Schrägschlote und ein weiterer Siphon, der aber in den darunter liegenden bekannten Gang einmünden dürfte. Eins steht aber jetzt schon fest: Ich komme wieder mit mehr Seil und Bohrmaschine!Am Rückweg durch die Engstelle blieb ich dann nochmals stecken und musste erst Kies zur Seite schaffen, bis ich durch war. Die Stelle müssen wir beim nächsten Tauchgang unbedingt freiräumen, um ein sicheres Durchkommen zu ermöglichen.
Gut LuftGerhard

Mittwoch, 9. Juni 2010

Schöffau-ursprung (Loigerloch)







Forschungstauchgang Loigerloch
Kat.Nr.1565/6



Nachdem ich mir die Höhle letztes Jahr am 4.10.2009 gemeinsam mit meiner Freundin Jasmina angesehen hatte, war mir klar, dass man sich das genauer ansehen sollte.
Bekannt ist die Höhle schon seit 1929, sie diente damals laut Auskunft eines Holzknechtes als Wasserstelle, im Jänner waren beide Seen damals wasserfrei. Vermessen wurde die Höhle am 17.11.1935 von G. Abel, K. Ausobsky, O. Bergthaller, Th. Rullmann und O. Schauberger. Erhard Fritsch unternahm eine Forschungsfahrt 1979/80, ihm gelang die Befahrung bis zum 2 Siphonsee.
Die Höhle befindet sich auf einer Seehöhe von 960m. Die bekannte Ganglänge war 35 m bei einer Niveudifferenz von +11m, -3m und Horizontalerstreckung von 31m.
Am 5.6.2010 machte ich mich gemeinsam mit Christian Cichon, Jürgen Bauschmied und Jürgen Hofer auf den Weg zur Höhle. Ein Wochenende zuvor fuhren wir das erste Mal hoch, um nach dem Wasser zu sehen, ob ein Tauchen möglich ist und entschieden uns, es zu versuchen. Nach einer Stunde Materialschleppen hatten wir all unsere Ausrüstung vor dem Eingang liegen und machten uns bereit für den Tauchgang. Von außen sah man schon das klare, 5C° kalte Wasser in der Höhle stehen. Ich und Jürgen H. verwendeten Nasstauchanzüge, die beiden anderen Trocken. Ich verwendete 2 Stk 4 Liter Stahlflaschen die ich seitlich trug.
Jürgen H. nahm 2 Stk 11,1 Liter Alustages, die er auch Sidemount nahm. Jürgen B. verwendete eine 11,1 Liter Alustage am Rücken tragend und Christian eine Doppel 7 Liter Stahl. Jeder war also anders konfiguriert ;-))
Ich tauchte als Erster ab und verlegte die Leine. Nach wenigen Metern wird der Gang gleich mit 2x3 m überraschend groß, jedoch nach weiteren 10 m kommt gleich eine super Engstelle und ich wusste, dass ich das richtige Gerät gewählt hatte. Nach 3m tauchte ich in der ersten Halle auf und setzte meinen Weg fort in den 2 Siphonsee. 3 m runter, 3 m rauf und auch der war durchtaucht. Ich war in einer größeren Halle mit 5 m Breite, 8 m Länge und 10m Höhe aufgetaucht. Aus einer 1,2 m breiten Gangfortsetzung hörte man schon deutlich einen starken Wasserfall rauschen. Ich legte die Leine weiter den Gang hinein, 15 m bis zum Wasserfall, erkannte dass ich so nicht mehr weiterkam und entschloss umzukehren, um nach den Jungs zu sehen. Wie schon vermutet, waren sie nicht durch die Engstelle gekommen.
Das Tauchgerät von Jürgen B. schafften wir durch die Engstelle in dem ich es vor mir herschob. Mit der D7 gelang mir das jedoch nicht. Ich tauchte mit den Jürgens noch einmal durch und vermaß die neue Strecke. Ein Hochklettern des Wasserfalls ist schon in Planung und wird bald in Angriff genommen. Die Höhle hat mit Sicherheit noch so Einiges zu bieten.

Gut Luft
Gerhard

Ps. danke cichi für das video http://www.youtube.com/cichi73?gl=DE&hl=de#p/u/0/Zrx-bLh9dh4

Sonntag, 30. Mai 2010

TEK-Teitschrift

eine neue Tek-Zeitschrift ist ab September erhältlich.
www.wetnotes.eu
lg
gerhard

Montag, 19. April 2010

Rötelseehöhle Expedition Nr. 1/2010


Kat. Nr. 1618/1

Am 17.4.2010 sollte es endlich wieder so weit sein. Schon eine Woche zuvor musste ich wegen schlechtem Wetter die Aktion um eine Woche verschieben, aber diesmal schien alles perfekt zu passen. Um 8.00 Uhr kam ich in Winkel mit meinem Boot an, wo ich Christoph Lechner traf, der mich bei diesem Tauchgang begleiten sollte. Wir packten unsere gesamte Ausrüstung ins Boot und ließen es ins Wasser.
Nach rund 15 Minuten Fahrt erreichten wir die „Zeckeninsel“, von wo auch der Weg hoch zur Rötelseehöhle führt.
Schnell das Boot entleert, denn am anderen Ufer beim „Löwen“ warteten die Träger bereits auf das Taxiboot. An dieser Stelle möchte ich mich gleich bei dem super Trägerteam bedanken, ohne die wäre eine solche Aktion in dieser Zeit nicht machbar gewesen. Insgesamt waren wir 6 Träger (Derler Gerhard, Kallinger Siegfried, Thomas Silber, Andreas Praxenthaler, Peter Brummer, Bernhard Zauner und wir 2 Taucher (Christoph Lechner, Wimmer Gerhard). Da ich natürlich nicht wusste, wie sich die Höhle weiter fortsetzt und wir letztes Jahr in einer Tiefe von 38 Metern umdrehten, plante ich mit Trimix einen Vorstoß ins Unbekannte.
Beide verwenden wir geschlossene Kreislaufgeräte (eCCR Hammerhead und mCCR Classik Kiss), was mehrere Vorteil hat. Warme feuchte Luft, klein und geringes Gewicht, lange Tauchzeiten, immer das beste Gas für die jeweilige Tiefe und noch vieles mehr. Wir rechneten damit, dass sich die Höhle weiter in die Tiefe fortsetzt und planten daher bis auf eine maximale Tiefe von 70 Metern, falls es so tief werden würde, zu tauchen. Aus diesem Grund mussten wir natürlich auch das dementsprechende Bailoutgas mitführen. Das Bailout benötigt man nur im Falle eines Totalausfalls des Kreisels und hat man dann die Möglichkeit, seinen Tauchgang gefahrlos mit offenem Atemsystem zu beenden. So hat dann schlussendlich jeder von uns noch zusätzlich 2 stk 80cft Alustages mitgehabt und eine Flasche mit reinem Sauerstoff wurde in 6 Meter Tiefe an der Leine befestigt. Das war natürlich dann auch jede Menge an Ausrüstung, die für einen solchen Tauchgang benötigt wird. Rund 200 kg mussten also die 170 Höhenmeter den Berg hochgebracht werden. Nach nur 50 Minuten hatten wir alle unser Ziel erreicht und standen vor der Höhle. Das Wasser war wegen der Schneeschmelze gut 1,5 Meter über dem Normalstand .Wir tauchten um ca.11.00 Uhr ab mit einer Sicht von 5-8 Meter und 6°C Wassertemperatur. Ich befestigte die Führungsleine an der Lasche, die wir letztes Jahr dafür gebohrt hatten und legte sie bis zum Anfang der fixen Leine. Leider war das Spool, das ich dafür vorgesehen hatte, um einen Meter zu kurz und wir mussten gleich zu Beginn mit einer kurzen Verzögerung beginnen. Gegenseitig kontrollierten wir uns noch einmal, ob alles in Ordnung ist und begannen nach dem okay Zeichen den Tauchgang. Der Gang führt uns rasch nach wenigen Metern auf 10 Meter Tiefe und dann leicht ansteigend nach 40 Meter bis in 3 Meter Wassertiefe. Über uns befand sich der „Deixlersee“, in dem man notfalls auftauchen könnte. Wir folgten weiter der Leine bis in 8 Meter Tiefe, wo wir an einem Befestigungspunkt unseren Sauerstoff zurückließen. Weiter nach wenigen Metern kamen wir zu einer Stelle in 14 Metern Tiefe, an der die Leine von der rechten zur linken Wand wechselt. An dieser Stelle lag über uns ein weiterer Höhlensee. Würde man der rechten Wand folgen, kommt man nach 50 Metern zu einem dritten Höhlensee, dem „Zwergendom“. Wir blieben an der Leine und setzten unseren Weg weiter fort. Nach 8 Metern kommt man über eine große Sedimentdüne und wir erreichten nach insgesamt 12 Minuten den steil abfallenden Gang. Immer an der linken Gangseite entlang tauchten wir ab bis in 38 Meter Tiefe zum Ende der Leine. Der Gang ist so groß, dass wir zu 90% die andere Gangseite nicht erblicken konnten und somit noch unklar ist, was sich da befindet. Ich befestigte die neue Leine und setzte meinen Weg fort. Nach 10 Metern änderte sich der Boden, wo die ganze Zeit über nur Sediment war sind jetzt Felsblöcke. Die Decke senkt sich herab. Nach weiteren 14 Metern macht der Gang eine 90° Knick nach rechts und endet 15 Meter weiter in einem 4 x 5 Meter großen und 3 Meter hohen Raum mit großen Blöcken.
Ich konnte nach kurzer Suche keine lohnenswerte Fortsetzung finden und beschloss die Leine zu schneiden. Ich begann mit der Vermessung der verlegten Leine nach 45 Minuten. Nach den ersten 6 Metern blickte ich nach oben und sah ins Schwarze. Ich entschloss, noch kurz den steil nach oben führenden Gang genauer zu untersuchen und befestigte nochmals die Leine. Er führte mich geradewegs von 48 Meter hoch in eine Sackgasse auf 31 Meter. Zurück in der Tiefe habe ich weiter die Leine Richtung Ausgang vermessen. Christoph schwamm immer vor bis zum nächsten Befestigungspunkt, um mir das Peilen zu erleichtern. Dank unserer CCRs hatten wir auch noch bis an ein paar wenigen Stellen gute Sicht. Wir verließen nach 58 Minuten die Tiefe von 48 Metern und begannen mit Aufstieg und Deko. 106 Minuten nach dem Abtauchen erreichten wir wieder die Oberfläche des Rötelsees, wo uns die Träger bereits erwarteten und uns beim Ausstieg halfen. Um 16.00 Uhr waren alle samt Ausrüstung wieder unten am Traunsee. Bei Bier und Käsekrainer schmiedeten wir bereits Pläne für den Seilbahnbau;-))

Dank nochmals an die Träger!

Gerhard

Dienstag, 23. März 2010


grüße aus Mexiko

Montag, 15. März 2010

Der letzte Kaltwassertauchgang für zwei wochen ;-)
endlich ists wieder so weit, morgen gehts ab nach Mexiko zum Höhlentauchen!