Donnerstag, 30. Juni 2011

Rötelseehöhle 2011

Die Letzten 2 Jahre machte ich immer wieder Forschungstauchgänge in dieser beeindruckenden Höhle. Die Höhle ist extrem großräumig und bedingt durch den Schlammboden und den vielen Silt Ablagerungen, welche in der gesamten Höhle sind, sehr schwierig zu betauchen. Beim Heraustauchen hat man zu 100% 0 Sicht, darum ist auch eine perfekte Leinenverlegung lebenswichtig. Die Höhle hat noch gutes Potenzial, aber bedingt durch die schwierigen Verhältnisse sind noch eine Menge Tauchgänge erforderlich um mehr über diese Höhle zu erfahren.

Mit dem Bau der Seilbahn ist der logistische Aufwand(Träger für die Tauchausrüstung) auf ein minimales Maß reduziert worden. War vor dem Bau der Seilbahn das Verhältnis Taucher zu Träger 1:4, so haben wir jetzt ein Verhältnis von 1:1. Das heißt, der einzige Träger der benötigt wird, ist der Taucher selbst. Der große Vorteil der Seilbahn liegt also nicht darin Muskelkraft zu sparen, sondern die Teamgröße auf das Tauchteam zu beschränken und damit in der Planung und Terminfindung flexibler zu sein. Ebenfalls ein großes Plus ist die Steigerung der Sicherheit im Projektteam. Auf dem schmalen Weg hoch zur Höhle eine D12 oder D18 (Tauchgeräte) hochzubringen ist kein leichtes Unterfangen und auch extrem gefährlich, sodass ich das weder mir noch jemandem anderen mehr zumuten möchte.

Ende April wurde unser Traum nun Wirklichkeit. Wir haben einen Vertrag mit der Österreichischen Bundesforste AG für die Errichtung einer Materialseilbahn bekommen und konnten mit dem Großprojekt beginnen. Onuk Peter(Seilbahnbauer) hatte uns ein altes Materialseilbahnseil mit 370 Meter Länge organisiert was ich nur noch aus Salzburg holen musste und er half uns dann später auch bei der Montage. Dafür brauchten wir natürlich eine Motorwinde, 400m 8mm Statikseil(Zugseil), diverses Verankerungsmaterial, Laufrollen und Karabiner für die Aufhängung. Das Kostet natürlich jede Menge Geld und ich möchte mich dafür jetzt bei all jenen bedanken, die unserem Verein für diese Investition Geld gespendet haben.

Ein Herzliches Dankeschön!!

Ohne diese finanzielle Unterstützung währe das Projekt nie zustande gekommen!

Am 4.6.2011 war es dann endlich soweit, alles war da und wir konnten mit dem schwierigsten Teil beginnen, dem Spannen des mehrere hundert Kilogramm schweren Tragseils. Dafür waren zum letzten Mal viele Träger nötig, die wir zum Glück auch sehr rasch fanden. Insgesamt waren bei der Aktion 11 Leute beteiligt.

Öhlinger Christian, Onuk Peter, Derler Gerhard, Zauner Bernhard mit Freundin, Lechner Christoph mit Freundin, Christian Cichon, Lothar Haslinger, Kamleitner Bernhard, Roland Wimmer und Ich(Gerhard Wimmer).

Mit 3 Motorbootfahrten brachte ich alle Leute über den See. Ich fuhr dann nur noch rüber um Peter mit der ganzen Ausrüstung und Werkzeug die wir zum Spannen und befestigen brauchen, zu holen. Derweilen ging der erste Trupp den steilen Weg hoch zur Höhle und suchte einen Verankerungspunkt zur Verankerung des Seils an einem Felsen. Der Ankerpunkt sollte folg. Eigenschaften aufweisen: freie Sicht zur zukünftigen „Talstation“ und genügend Freiraum zum Boden. Keine leichte Aufgabe für die Jungs ;-) Mittels Telefon und Lichtsignalen fand sich dann ein möglicher Punkt und einer musste sich von oben mit dem Zugseil den Steilen Weg in möglicht gerader Linie zu uns herunter Abseilen. Öhlinger Christian nahm sich gleich der Aufgabe an und kam mit dem letzten Meter Seil zu uns herunter. Jetzt mussten die Kollegen oben nur noch die Winde befestigen, wir unten das Drahtseil anbinden und mit dem hochziehen beginnen. Die Winde ist in Betrieb und wir machen uns mit dem restlichen Material auf den Weg nach oben um das Seil später zu verankern. Oben angekommen, merkten wir dass der Punkt nicht so Optimal ist wie er von unten aussah und entschlossen uns ihn zu ändern und gleich noch umzulegen. Das Seil war inzwischen jedoch schon fast ganz oben und zwischen den Bäumen weshalb wir es 20 Meter retour ablassen mussten um es unten in der Wand an den Bäumen vorbei zu bringen. Schussendlich war auch das geschafft und die Dübel fest im Fels verankert. Eine kleine Fichte, bei der wir das Seil in 2,5 Meter Höhe befestigten, dient uns als Natürliche Stütze, um es die letzten 40 Meter etwas höher zu bringen um später mit der Ladung nicht am Boden zu schleifen. Jetzt Steigen wir alle ab und Starten erstmal den Griller um Kraft zu tanken für die noch verbleibende Arbeit.

Gestärkt befestigen wir den Motorgreifzug an einer großen Fichte und beginnen mit ziehen. Das Seil spannt sich mehr und mehr bis es sich schließlich in einem Baum, welcher mitten in der Wand steht, in den Ästen verfängt. Erneut müssen wir die Lage der Bahn verändern um das Problem zu lösen.

Alles wieder entspannen, Seil durch das dichte Unterholz fädeln, um erneut mit dem spannen beginnen zu können. Gespannt blicken alle hoch in Richtung Baum und freuen sich wie es freikommt und das erste Mal fast frei da hängt, fast! Nun Steht 15 Meter vor uns eine mittlere Fichte genau in der Linie des Seils. Die muss leider weichen, darum fällte ich den Baum und wir konnten unsere Arbeit zu Ende bringen. Der erste Abschnitt ist also geschafft, fehlt nur noch die Probefahrt.






Erster Tauchgang 25.6.2011

Leider spielt das Wetter die darauf folgenden Wochenenden nicht mit und wir mussten unser vorhaben immer wieder verschieben. Am 25.6.2011 jedoch, entschlossen wir uns kurzfristig doch noch die Chance zu ergreifen und die Bahn vor der Motorbootsperre, die ja für Juli und August gilt, Probe fahren. Thomas Silber, Lukas Kirchberger und Ich treffen uns um 9.00 Uhr in Winkel bei der Slipstelle, lassen mein Boot zu Wasser, beladen es mit Tauchzeugs, Zugseil, Motorwinde und fahren über den Traunsee nach Karbach. Das Seil war noch da, wir luden das Boot aus und schafften alles zur Bahn.

Ich hatte uns ein 200 Liter Plastikfass zu einer Gondel umfunktioniert, so konnten wir alles geschickt verstauen. Lukas und ich stiegen mit Zugseil und Winde hoch zur Bergstation und Thomas wartet unten dass wir ihm das Seil ablassen. Ein Schleifsack, mit Steinen beladen, diente uns als Gewicht um das Zugseil von oben am Stahlseil sicher abzulassen. Unten angekommen hängte Thomas das Seil ein und wir starteten die Winde. Nach 30 Minuten war die erste Fuhre obenangekommen und wir entluden diese. Noch einmal muss die Gondel ins Tal und Thomas befestigt die Flaschen um dann auch gleich selbst zu uns aufzusteigen. Lukas und ich hatten schon fast das Ganze Material in und vor der Höhle, bis er zu uns stoß;-)

Thomas und ich bereiteten uns für einen ersten Tauchgang vor, Lukas wartete vor der Höhle auf unser zurückkommen. Ziel war die Leine bis zur hintersten Auftauchstelle (Zwergendohm) zu kontrollieren und Instand zu setzen um dann an der Stelle wo ich glaubte dass sich die Höhle fortsetzt weiter zu machen. Die Sicht in der Höhle war Anfangs auch überraschend gut, die Leine wie vermutet auch. Also kamen wir beide rasch voran und begannen mit der Neuverleinung der letzten Meter bis in den Zwergendom. Wir tauchten auf, befestigten die Leine, schnitten diese ab und tauchten knapp 20 Meter zurück wo wir in 8 Meter Tiefe an die neue Leine anknüpften um die erhoffte Fortsetzung zu suchen. Quer durch den Gang schwimmend erreichten wir nach 8 Metern wieder eine Wand an der wir befestigen konnten.

Thomas war dabei eine sehr große Hilfe, denn er leuchtete mir von hinten, kontrollierte die Leinenführung und verbesserte notfalls die Befestigungspunkte. Der Weg führt uns an dieser Wand sehr rasch bis auf 27 Meter Tiefe. Die Wände sind relativ glatt mit wenigen Punkten zum befestigen und obendrein auch noch mit einer dicken Schicht Silt bedeckt. Der Boden besteht aus Schlamm und man hat keine Möglichkeit die Leine zu befestigen, so muss man an der Wand bleiben.

Eine andere Gangseite konnten wir nicht erkenne. Der Gang wird niedriger sodass ein Bodenkontakt nicht mehr zu vermeiden ist und man Sediment aufwirbelt. Wir bewegten uns über längere zeit in 20-22 Meter Tiefe und konnten an kein Ende kommen. Das Reel lasse ich zurück und gebe Thomas das Zeichen umzukehren. Bei 0 Sicht geht’s nun zurück in Richtung Ausgang. Wir tauchten nach 45 Minuten glücklich, beeindruckt und doch verwirrt wegen der Unübersichtlichkeit der Höhle im Rötelsee auf, wo uns Lukas bereits erwartete.

Der Anfang ist gemacht und die Höhle geht weiter. Vermessen müssen wir ein andermal, da die Sicht das nicht zugelassen hätte. Wir bringen all unsere Ausrüstung zur Seilbahn und laden alles auf einmal auf. Lukas beginnt mit dem Abstieg und wir lassen mittels Petzl Stop und Winde die Ladung in Richtung Tal.

Danke, nochmals an alle beteiligten und ich wünsche uns auf diesem Weg viele schöne, unvergessliche Tauchgänge, und vor allem ein unfallfreies Forschen!!

Glück tief und gut Luft

Gerhard

Montag, 10. Januar 2011

Forschungstour 8.1.2011 Kogelgrabenhöhle

Schon 2 Tage nach der letzten sehr erfolgreichen Tour stehe ich erneut vor dem Eingang der Höhle. Diesmal mit Kallinger Siegfried, Kirchberger Lukas und Klopf Thomas. Ziel der Tour war die weitere Erforschung und Vermessung der tagfernsten Höhlenteile. Das Wasser war aufgrund des Tauwetters wieder sehr hoch und wir konnten bequem bei der Engstelle einsteigen.













Ich lies den drei Jungs einen Vorsprung von gut 10 Minuten, bis ich mich versenkte und gemütlich mit meinem Bonex hinterher scooterte.





Die Sicht war anfangs recht gut nur zum ende hin wurde sie schlechter und dachte mir dass sie im 2ten Siphon noch besser sein würde. Gemeinsam schleppten wir unsere Ausrüstung in den 2ten Siphon. Ich lies ihnen wieder den vortritt und wartete noch 5 Minuten bis ich abtauchte. Zu beginn ist die Sicht meistens etwas Schlechter, da es etwas enger über einen Schotterhang runter geht.




Jedoch wurde sie danach Heute auch nicht besser, im Gegenteil. Rasch hatte ich die drei eingeholt. Zum Glück kenne ich die Höhle so gut, ansonsten hätte ich nie mit dem Scooter fahren können. 1m Sicht und weniger bremst das Tempo, normal. Durch den 3ten Siphon Schwamm ich dann um nochmals die Leinenlänge zu Kontrollieren.



Am Ende angekommen, legte ich meine gesamte Ausrüstung ab und bereitete alles für den weiteren Vorstoß vor. Wir hatten schon 2 Steigsets und 2 Helme mit Scurions beim letzten mal dort deponiert. Die Akkus für die Lampen und Bohrmaschine sowie den Disto-X nahm ich in einer Trockenröhre mit nach hinten. Zuerst begann ich mit der großen Wand in Hauptrichtung, wo wir vermuteten das oben ein Balkon sei von wo aus es weiter ging. Nachdem ich 3 Anker gesetzt hatte, konnte ich erkennen das es nicht so ist und ich für ein weiterbohren zu wenig Material mit hatte. Ich Seilte also ein Paar Meter ab und versuchte mein Glück beim Wasserfall.


Gesichert mit dem Seil von oben, setzte ich einen Anker und schaffte es so relativ einfach in den dort ansetzenden Gang zu gelangen. Einen weiteren kleiner Wasserfall mit 1,8 Meter Höhe war das nächste Hindernis. Nach diesem führte ein Wunderschöner Kreisrunder 2-3 Meter breiter und ebenso hoher Gang weiter über 2 Seen, einem kurzen Bachlauf bis hin zu einem großen Versturz, der leider unpassierbar ist. Ein abzweigender Gang, kurz nach dem kleinen Wasserfall führt uns mit 33° grad ansteigend wieder zurück in die Wasserfallhalle und wir konnten aus 20 Meter Höhe unsere Tauchausrüstung liegen sehen. 5 Meter über uns dürfte ein weiterer Gang ansetzen , der uns vielleicht hinter den Versturz bringen könnte. Es besteht also noch Hoffnung! Sigi machte währen ich die Vermessung durchführte die Fotodokumentation der Neuen Höhlenteile.
Danke Sigi!!!
Aktuelle Gesamtlänge: 1346 Meter

Montag, 3. Januar 2011

1. Forschungstauchgang 2011 Kogelgrabenhöhle

1. Forschungstauchgang 2011 Kogelgrabenhöhle

Nach der letzten sehr erfolgreichen Tour vom 28.12.2010 wurde sofort die nächste geplant.

Am 2.1.2011 trafen wir erneut bei der Höhle zusammen. Diesmal waren wir 5 Taucher.

Gemeinsam mit Thomas Silber machte ich mich auf den Weg ans Ende des 2. Siphons, um gemeinsam die dort ansetzenden Trockenteile zu vermessen und zu erforschen. Die anderen waren mehr oder weniger unsere Träger, damit wir die Ausrüstung schnell ins und aus dem Wasser bekommen und tauchten zum Kennenlernen der Höhle dann zu dritt auch bis ans Ende 2ten Siphon. Thomas und ich gingen beide Sidemount, jeder mit 2 Stück 220 Bar 80cft Aluflaschen gefüllt mit normaler Pressluft. Um schneller an den Forschungsendpunkt zu gelangen verwendeten wir meine beiden „Bonex Reference“ Scooter. Die Sicht war auch diesmal wieder sehr gut und wir kamen relativ rasch bis in den tiefen Teil des 2ten Siphons.

Wir hängten diesmal die beiden Scooter in 35m Wassertiefe an die Leine und stiegen den Schacht hoch, dabei blieb Thomas an der Leine und ich 3 Meter neben ihm, um die linke Schachtseite nach einer möglichen Gangfortsetzung zu untersuchen. Die Perkulation an dem Tag war relativ gering und ich konnte tatsächlich in 6 Meter Tiefe einen balkonähnlichen Ansatz erkennen. Ich schwamm ein paar Meter rüber und blickte in den 4 x 4 Meter großen „Neujahrsgang“, der lang ersehnte Weiterweg war also endlich gefunden und wir tauchten im Endsee auf. Nun wurde die gesamte Tauchausrüstung abgelegt und mit einer Leine vor dem Absinken gesichert. Nachdem wir unsere Sitzgurte angezogen und die Akkus wieder aus der Trockenröhre in den Scurions waren, begann Thomas mit dem Aufstieg über das kurze überhängende Seilstück. Oben angekommen wurde mit der Vermessung begonnen. Wir hatten dafür einen Disto-x dabei, der die Arbeit erheblich vereinfachte. Zuerst war der Aufstieg und das wieder rückläufige kurze Horizontalstück dran bis zum kleinen Siphonsee. Von dort aus führte uns ein rund 30° steiler 1,5-2 Meter durchmessender Gang, zuerst lehmig, dann relativ sauber 18 Höhenmeter mit Seilsicherung hoch. Die nächsten 20 Meter waren horizontal und ein leichter Luftzug war zu spüren. Wir kletterten den wieder steiler werdenden Gang weiter hoch bis wir uns an einer engeren Stelle entschlossen umzukehren. Wir wollten ja nicht ungedingt, dass ein Loch im Trocki den Rückweg unnötig erschwerte.

Nachdem wir unsere Schachtausrüstung wieder gegen die Tauchausrüstung getauscht hatten, tauchten wir ab und legten ein paar Meter Leine in den Siphon 3. Der anfangs schon große Gang wurde immer größer und führte uns von 6 Meter bis in 13 Meter Tiefe, von wo aus er wieder anstieg. An dieser Stelle befestigte ich die Leine an einem großen Block, der mitten im Gang lag und ließ das Reel dort liegen. Es war Zeit umzukehren und gab Thomas das Zeichen zum Rückzug. Die Freude war riesig als wir nach einigen Stunden wieder die Höhle verließen. Das Gefühl, das man bei so einer Erstbetauchung verspürt, lässt sich nicht in Worten fassen.

Die Kollegen warteten schon auf uns und halfen uns die Ausrüstung aus der Höhle zu bringen. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, die mir die letzten Jahre immer sehr hilfreich zur Seite standen, bedanken.

Die Höhle hat nun eine vermessene Gesamtlänge von 1078 Meter und noch etliche Meter verleintes Neuland muss noch vermessen werden.

Gut Luft und Glück tief

Gerhard

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Forschungstour Kogelgrabenhöhle

bei der Tour am 28.12.2010 konnte wieder ein Fragezeichen aufgearbeitet werden.
Thomas Silber und ich schafften es erneut eine kleine Auftauchstelle im 2 Siphon zu erreichen.
Einen kleinen lehmigen Gang konnten wir bis zu einem weiteren Siphon Vermessen.
Die Gesamtlänge steigt somit von 894 Meter auf 946 Meter bei gleicher Tiefe.
Zahlreiche offene Fragezeichen warten jedoch noch auf ihre Bearbeitung.
2011 wird also mit Sicherheit sehr interessant werden.

Wünsche euch allen alles gute und natürlich ein Unfallfreies Jahr 2011

lg
Gerhard

Sonntag, 19. Dezember 2010

Forschungstour Kogelgrabenhöhle 18.12.2010

Um 9.00 Uhr kam Thomas Silber bei mir zuhause an, nach dem Kaffee packten wir alles in mein Auto und machten uns auf den Weg nach Bad Ischl.

Leider war es nicht möglich, mit dem Auto bis zur Höhle zu fahren, einfach zu viel Schnee.

Freundlicherweise brachte uns der Besitzer der Höhle mit dem Traktor die Ausrüstung bis zum Waldrand und wir mussten nicht alles stundenlang umhertragen. Das Wasser war trotz der Kälte weit heroben und wir mussten die Ausrüstung nicht ganz so weit in der Höhle tragen.

Diesmal hatte ich meine beiden Bonex Scooter mit dabei, die uns ein schnelles Durchtauchen des ersten Siphons erlaubten. In nur 7 Minuten ist man durch die 311m und braucht dabei nur etwa 30 bar aus einer 80 cft Alustage. Die Sicht im Wasser war auch überraschend gut und man konnte Vollgas durch die wunderschönen großen Gänge fahren.

Wir wollten ursprünglich im zweiten Siphon den von mir erst vor ein paar Wochen neu entdeckten Gang weiter vermessen und anschließend den trockenen Teil am Ende des 2 Siphons vermessen und zeichnen. Wir schafften dafür unsere gesamte Ausrüstung rüber in den zweiten Siphon und machten uns bereit um abzutauchen. Leider hatte ich Probleme mit einem meiner Atemregler und wir mussten umsteigen auf Plan B, Vermessung der trockenen Gänge.

Dafür hatte ich bei einem Vorbereitungstauchgang ein Seil deponiert. Thomas kletterte die steile Röhre empor und ich begann mit der Vermessung der neuen Teile. Der Gang führt steil mit ca. 45° Neigung nach oben und unten. Thomas gelang sehr rasch die Bezwingung der ersten Stufen und befestigte das Seil immer wieder an Sanduhren und Tropfsteinen.

Leider ist auch ein Seil schnell mal zu Ende und wir mussten bei open end in einem 2x3 Meter großen Gang umdrehen. Das Seil lassen wir hängen um beim nächsten Mal vielleicht mit Nasstauchanzügen und Bohrmaschine den Gang weiter zu verfolgen.

Einen zweiten Gang konnten wir bis zu einem 2x5 Meter großen See vermessen, der Teil des 2 Siphons sein müsste.

Die Höhle hat nun eine Gesamtlänge von 894 Meter bei 70m Tiefe.

Gut Luft und Glück tief

Gerhard

Dienstag, 23. November 2010

Forschungstour 20.11.2010






Nach langer Pause gehe ich mit Ludwig Pürmayr und Wurzinger Robert gemeinsam ins Schönbergsystem. Ziel der Forschungstour war der von Ludwig entdeckte Böhmische –Windschacht im SW-System. Schon sehr oft sind Clemens und ich über diesen darüber gestiegen und meinten, das wäre ein Forschungsziel für die Forschungswoche und wunderten uns immer, warum alle immer nur da forschen wollen, wo wir gerade am Arbeiten sind.

Doch dieses Jahr war’s dann so weit! Ludwig machte sich über den Schacht her und siehe da, es dürfe ein Volltreffer gewesen sein. Bei zwei Forschungstouren erreichten sie eine Tiefe von 141m mit „open end“, gut 700m Neuland und es schien als ginge es groß horizontal weiter. Das ist also alle mal eine Tour wert, um sich das anzusehen. Früh morgens ging’s zügig zum Separatistenschacht und nach 45 Minuten waren wir beim Schacht angelangt.

Ludwig als Erster, dann Robert und ich. In kurzen schrägen Stufen geht’s immer tiefer bis wir die letzten Meter den großen Canyon hochklettern mussten und in einem sandigen großen Raum herauskamen. Nur noch ein paar Meter waren es zum Forschungsendpunkt.

Am Ende angekommen wurde sofort mit der Vermessung begonnen. Nette kleine Gänge mit trockenem Lehm-Sandboden und an der Decke konnte man deutlich Deckenkarren sehen.

Nach wenigen Messzügen kamen wir jedoch an eine Stelle, an der der Gang mit 3 m Breite immer mehr anstieg und wir dann bei einer schmalen 1m breiten und 15cm hohen leicht bewetterten Spalte anstanden. Man konnte ca. 3 m weit in die Spalte blicken, sie wurde weiter drinnen nicht größer. Da an diesem Tag in keinem der von uns vorher begangenen Höhlenteilen eine Wetterführung zu spüren war und an dieser Stelle eine spürbar war, entschloss ich mich zu graben. Es ging zügig voran und ich kam schnell immer weiter und weiter. Das Zeitgefühl hab ich dabei verloren, aber ich denke dass ich für die 7-8 m so 1,5 Stunden gebraucht habe. Die Anderen haben die noch offenen Teile derweilen vermessen. Der letzte Meter war ein sehr stark verfestigter Lehm, der mich jedoch auch nicht mehr bremsen konnte und ich kam in einem geräumigen Gang raus, der mit seinen -44 Grad Neigung nur mit Seil befahrbar war. Der Gang wurde immer größer und nach 50 m standen wir vor einem gewaltigen Schacht, es dürfte sich eine extrem große Raumerweiterung am Boden der ersten -50m befinden. Da wir nur rund 70m Seil mithatten und mir schien, als würde nicht nur die eine 50er Stufe sein, ließen wir den Schacht unbefahren und machten erstmals mit den horizontalen Gängen weiter. Der Einstieg in den Schacht ist auch der momentan tiefste Punkt mit -172m im Böhmischen-Windschacht. Von nun an ging’s immer der deutlich spürbaren Wetterführung nach und immer bergauf. Bei einem weiteren unpassierbaren Schluf graben wir uns erneut erfolgreich hindurch und kamen wieder in größere Höhlenteile in denen wir jedoch aus Sicherheitsgründen abbrachen. Ich wollte nicht mehr weiter die gut 30° ansteigende lehmige Rampe hochklettern, ein Unfall an dieser Stelle wäre nicht gerade gut.

Lieber ein anderes Mal mit Seil wieder kommen und weiter machen. Wir hatte vom Schacht weg bis zur Umkehrstelle gut 84 Höhenmeter überwunden und zahlreiche Fragezeichen unangesehen „links liegen“ lassen. Dieser Höhlenteil ist mit Sicherheit zur Zeit eines der interessantesten Gebiete in dieser Höhle und wir werden es bestimmt in nächster Zeit nochmals aufsuchen müssen. Im Feuertalsystem ist es nach dem Kacherlschacht der zweittiefste bekannte Abstieg. Die Gesamtlänge des Schönberghöhlensystens ist somit über 132,5km.

Sonntag, 7. November 2010