Dienstag, 7. Juli 2009

Erfolgreicher Verbindungstauchgang im Hütterschacht Bad Ischl

Bei einer Tauchaktion am 03.07.2009 gelang es, zwischen den beiden Großhöhlen Hütterschacht (1614/6) und dem Wasserloch in der Tauernwand (1614/5) eine befahrbare Verbindung nachzuweisen.Diese Höhlen wurden großteils in den 1970er- und 1980er-Jahren von Höhlenforschern aus Oberösterreich und Wien erkundet
und vermessen (Hütterschacht: GL 2.926 m, ND -187 m, Wasserloch in der Tauernwand: GL 1.847 m, ND +- 120 m).Bereits vor mehr als 10 Jahren wurde ich von Hermann KIRCHMAYR darauf angesprochen, dass es zwischen diesen Höhlen eine Verbindung geben muss und diese wohl im Bereich der beiden Endsiphone zu suchen sei. Leider kam dieser Tauchgang bislang nicht zustande, wurde nun aber in Angriff genommen.Da der Zustieg durch das Wasserloch teilweise schwierig und stark hochwasseranfällig ist, wurde die Variante, den Tauchgang vom Hütterschacht aus zu starten, ausgewählt. Dazu war es vorerst einmal notwendig die Höhle kennenzulernen. Obwohl Ende Juni – Anfang Juli sehr ungünstige Witterungsverhältnisse und teileweise sogar Hochwasser herrschte, unternahmen am 24.06.2009 Franz SCHMIDT und Robert SEEBACHER eine Hochwasserbefahrung in den Hütterschacht. Dabei gelang es überraschenderweise gleich auf Anhieb bis zum Endsiphon vorzudringen.

Es zeigte sich dass das Wasser sehr schnell abfließt und so gut wie keine Rückstauzonen vorhanden sind. Aus diesem Grund erschien es nun auch möglich, den Tauchvorstoß bei nicht ganz optimalen Bedingungen durchzuführen.Freundlicherweise wurde uns von den Österreichischen Bundesforsten eine Fahrgenehmigung erteilt, wodurch wir bis zum Eingang des Hütterschachtes über Forststraßen hinauffahren konnten. Das Team bestand aus Heidrun ANDRÉ, Michael BEHM, Ernest GEYER, Christoph LECHNER, Gerhard WIMMER und Robert SEEBACHER.
Nach dem Eingang ist anfangs ein Schachtsystem bis in eine Tiefe von 160 m zu überwinden. Eintretende Gerinne machen die Absteige teilweise sehr feucht und erschweren die Befahrung. Nach der Überwindung des Christophorus-Sees setzt sich der Weg nun als über 500 m langer Canyonteil fort. Dieser mündet in geräumige phreatische und teilweise stark verlehmte Gangpassagen. Nach einem kleinen Abstieg gelangt man in den Autobahncanyon, welcher bei Hochwasser den Hauptbach der Höhle ableitet. Hinter einem kurzen, aber sehr dreckigen und nassen Schluf erreicht man schließlich den Blinden Canyon, welcher am Tiefen Siphon bisher endete.Relativ zügig gelangte das 6-köpfige Team nach etwa 2 Stunden zum Endsiphon, welcher bereits in 181 m Tiefe und etwa 1,4 km vom Eingang entfernt liegt.
Der Tauchgang wurde von Robert SEEBACHER durchgeführt, wobei ein 2 x 4 Liter Tauchgerät zum Einsatz kam. Die Sichtweite unter Wasser betrug etwa 1 m, Strömung war keine zu bemerken, da sich ein Gerinne von nur etwa 1 l/s in den Siphon ergoss.Die Unterwasserpassage fällt anfangs sehr steil bis in eine Tiefe von 3 m ab. Von dort führt ein 1-2 m hoher und ebenso breiter Gang in Richtung Osten. Nach bereits 15 m Tauchstrecke konnte im Siphonsee des Wasserloches wieder aufgetaucht werden und die Verbindung realisiert werden. Die vermessene Länge der neu erforschten Passage beträgt 17 m, wodurch sich nun für die neue Durchgangshöhle eine Gesamtlänge von 4.790 m ergibt. Der Höhenunterschied beträgt 252 m und die Horizontalerstreckung zwischen den beiden Eingängen beachtliche 1.400 m.
Dank: Herwig LOIDL und Georg XENGER von den Österreichischen Bundesforsten für die Fahrerlaubnis, Hermann KIRCHMAYR und Erhard FRITSCH für Planunterlagen und Informationen sowie dem fleißigen Trägerteam, welches den langen, teilweise nassen und schmutzigen Weg durch die Höhle bestreiten musste. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Höhlenforscher, welche in stunden- und tagelanger Arbeit diese beiden Großhöhlen bisher arbeiteten und dokumentierten.

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