Montag, 19. April 2010

Rötelseehöhle Expedition Nr. 1/2010


Kat. Nr. 1618/1

Am 17.4.2010 sollte es endlich wieder so weit sein. Schon eine Woche zuvor musste ich wegen schlechtem Wetter die Aktion um eine Woche verschieben, aber diesmal schien alles perfekt zu passen. Um 8.00 Uhr kam ich in Winkel mit meinem Boot an, wo ich Christoph Lechner traf, der mich bei diesem Tauchgang begleiten sollte. Wir packten unsere gesamte Ausrüstung ins Boot und ließen es ins Wasser.
Nach rund 15 Minuten Fahrt erreichten wir die „Zeckeninsel“, von wo auch der Weg hoch zur Rötelseehöhle führt.
Schnell das Boot entleert, denn am anderen Ufer beim „Löwen“ warteten die Träger bereits auf das Taxiboot. An dieser Stelle möchte ich mich gleich bei dem super Trägerteam bedanken, ohne die wäre eine solche Aktion in dieser Zeit nicht machbar gewesen. Insgesamt waren wir 6 Träger (Derler Gerhard, Kallinger Siegfried, Thomas Silber, Andreas Praxenthaler, Peter Brummer, Bernhard Zauner und wir 2 Taucher (Christoph Lechner, Wimmer Gerhard). Da ich natürlich nicht wusste, wie sich die Höhle weiter fortsetzt und wir letztes Jahr in einer Tiefe von 38 Metern umdrehten, plante ich mit Trimix einen Vorstoß ins Unbekannte.
Beide verwenden wir geschlossene Kreislaufgeräte (eCCR Hammerhead und mCCR Classik Kiss), was mehrere Vorteil hat. Warme feuchte Luft, klein und geringes Gewicht, lange Tauchzeiten, immer das beste Gas für die jeweilige Tiefe und noch vieles mehr. Wir rechneten damit, dass sich die Höhle weiter in die Tiefe fortsetzt und planten daher bis auf eine maximale Tiefe von 70 Metern, falls es so tief werden würde, zu tauchen. Aus diesem Grund mussten wir natürlich auch das dementsprechende Bailoutgas mitführen. Das Bailout benötigt man nur im Falle eines Totalausfalls des Kreisels und hat man dann die Möglichkeit, seinen Tauchgang gefahrlos mit offenem Atemsystem zu beenden. So hat dann schlussendlich jeder von uns noch zusätzlich 2 stk 80cft Alustages mitgehabt und eine Flasche mit reinem Sauerstoff wurde in 6 Meter Tiefe an der Leine befestigt. Das war natürlich dann auch jede Menge an Ausrüstung, die für einen solchen Tauchgang benötigt wird. Rund 200 kg mussten also die 170 Höhenmeter den Berg hochgebracht werden. Nach nur 50 Minuten hatten wir alle unser Ziel erreicht und standen vor der Höhle. Das Wasser war wegen der Schneeschmelze gut 1,5 Meter über dem Normalstand .Wir tauchten um ca.11.00 Uhr ab mit einer Sicht von 5-8 Meter und 6°C Wassertemperatur. Ich befestigte die Führungsleine an der Lasche, die wir letztes Jahr dafür gebohrt hatten und legte sie bis zum Anfang der fixen Leine. Leider war das Spool, das ich dafür vorgesehen hatte, um einen Meter zu kurz und wir mussten gleich zu Beginn mit einer kurzen Verzögerung beginnen. Gegenseitig kontrollierten wir uns noch einmal, ob alles in Ordnung ist und begannen nach dem okay Zeichen den Tauchgang. Der Gang führt uns rasch nach wenigen Metern auf 10 Meter Tiefe und dann leicht ansteigend nach 40 Meter bis in 3 Meter Wassertiefe. Über uns befand sich der „Deixlersee“, in dem man notfalls auftauchen könnte. Wir folgten weiter der Leine bis in 8 Meter Tiefe, wo wir an einem Befestigungspunkt unseren Sauerstoff zurückließen. Weiter nach wenigen Metern kamen wir zu einer Stelle in 14 Metern Tiefe, an der die Leine von der rechten zur linken Wand wechselt. An dieser Stelle lag über uns ein weiterer Höhlensee. Würde man der rechten Wand folgen, kommt man nach 50 Metern zu einem dritten Höhlensee, dem „Zwergendom“. Wir blieben an der Leine und setzten unseren Weg weiter fort. Nach 8 Metern kommt man über eine große Sedimentdüne und wir erreichten nach insgesamt 12 Minuten den steil abfallenden Gang. Immer an der linken Gangseite entlang tauchten wir ab bis in 38 Meter Tiefe zum Ende der Leine. Der Gang ist so groß, dass wir zu 90% die andere Gangseite nicht erblicken konnten und somit noch unklar ist, was sich da befindet. Ich befestigte die neue Leine und setzte meinen Weg fort. Nach 10 Metern änderte sich der Boden, wo die ganze Zeit über nur Sediment war sind jetzt Felsblöcke. Die Decke senkt sich herab. Nach weiteren 14 Metern macht der Gang eine 90° Knick nach rechts und endet 15 Meter weiter in einem 4 x 5 Meter großen und 3 Meter hohen Raum mit großen Blöcken.
Ich konnte nach kurzer Suche keine lohnenswerte Fortsetzung finden und beschloss die Leine zu schneiden. Ich begann mit der Vermessung der verlegten Leine nach 45 Minuten. Nach den ersten 6 Metern blickte ich nach oben und sah ins Schwarze. Ich entschloss, noch kurz den steil nach oben führenden Gang genauer zu untersuchen und befestigte nochmals die Leine. Er führte mich geradewegs von 48 Meter hoch in eine Sackgasse auf 31 Meter. Zurück in der Tiefe habe ich weiter die Leine Richtung Ausgang vermessen. Christoph schwamm immer vor bis zum nächsten Befestigungspunkt, um mir das Peilen zu erleichtern. Dank unserer CCRs hatten wir auch noch bis an ein paar wenigen Stellen gute Sicht. Wir verließen nach 58 Minuten die Tiefe von 48 Metern und begannen mit Aufstieg und Deko. 106 Minuten nach dem Abtauchen erreichten wir wieder die Oberfläche des Rötelsees, wo uns die Träger bereits erwarteten und uns beim Ausstieg halfen. Um 16.00 Uhr waren alle samt Ausrüstung wieder unten am Traunsee. Bei Bier und Käsekrainer schmiedeten wir bereits Pläne für den Seilbahnbau;-))

Dank nochmals an die Träger!

Gerhard

Dienstag, 23. März 2010


grüße aus Mexiko

Montag, 15. März 2010

Der letzte Kaltwassertauchgang für zwei wochen ;-)
endlich ists wieder so weit, morgen gehts ab nach Mexiko zum Höhlentauchen!

Montag, 22. Februar 2010

Dekompression??

ohne worte!



Danke für das Bild Christian!

Forschung hinter dem 2. Siphon der Kogelgrabenhöhle

Am Samstag, den 20.2.2010 traf ich mich mit Kallinger Siegfried um 9.00 Uhr bei der Kogelgrabenhöhle. Ziel des Tauchgangs war die Weiterforschung am Ende des 2. Siphons. Eine Woche zuvor waren wir gemeinsam schon das erste Mal vor Ort und ich konnte die ersten 6 Meter mittels Spit hochschlossern. Wir waren dabei gut 3,5 Stunden in der Höhle. Diesmal nahmen wir mehr Seil mit, um weiter hochzukommen.Aufgrund des Tauwetters war der Wasserstand an der oberen Engstelle und die Sicht leicht eingetrübt.



Das Abtauchen ist an dieser Stelle nun auch kein Problem mehr, da ich im Vorfeld schon einige Blöcke in den letzten Monaten weggeschafft habe. Nach einer knappen Stunde Tauchzeit erreichten wir die Auftauchstelle und hängten unsere Geräte an die Befestigungsleine. Ich begann mich hochzuarbeiten uns setzte den ersten Spit. Siegi wartete einstweilen unten im Wasser und leuchtete mir mit der Lampe. Ich kletterte die nächsten 10 Meter frei an der rechten Seite, von wo auch der kleine Wasserfall runterkommt, hoch. Das Wasser kam aus einer kleinen runden Röhre, in die ich aber mit dem Trocki nicht reinklettern wollte. Die Hauptgangfortsetzung war auf der anderen Seite und ich musste irgendwie die 8 Meter breite, sehr steile und rutschige Rampe queren. Dazu setzte ich erneut einen Spit an der höchsten mir erreichbaren Stelle, stieg einige Meter ab, pendelte zur anderen Seite, wo ich durch den gut griffigen Felsen schnell wieder hochklettern konnte. Ich schlug die nächste Verankerung und richtete so einen Quergang ein.An dieser Stelle konnte ich noch ca. 10 Meter weit in den 4 mal 4 Meter großen Gang einblicken, nur leider war das Seil zu Ende und ich musste umkehren. Beim Blick Richtung Wasser konnte ich an der rechten Gangseite 5-6 Meter über dem Wasser einen weiteren Gangansatz erkennen, der aber auch nur mit Bohrgerät genauer untersucht werden kann. Beim nächsten Versuch werde ich mit Schachtausrüstung und mehr Seil anrücken müssen! Die tiefen Karren, die bis in eine Wassertiefe von 35 Meter führen, lassen darauf schließen, dass die Höhle einst einmal trocken gewesen sein muss. Nach 3,5 Stunden verließen wir wieder die Höhle.
Glück Tief, gut Luft
Gerhard

Freitag, 12. Februar 2010

Miesenbach Ursprung 6.2.2010



Miesenbach Ursprung 6.2.2010
1567/33


Schon oft bin ich an der Quelle vorbeigefahren, mit dem Gedanken darin zu tauchen. Nie hat es gepasst bis jetzt! Am 6.2.2010 um 9.00 traf ich mich mit Kallinger Siegi und Christoph Lechner bei der Miesenbachmühle in Ebensee. Ziel des ersten Tauchgangs war die Erkundung der bereits durch Robert Seebacher vermessenen Höhle und die Verlegung einer neuen Leine bis zum bekannten Endpunkt. Der Zugang war wegen der 30 cm Schnee etwas rutschig. Christoph entschloss sich, als er den engen Einstig sah, dazu nicht zu tauchen, aber half uns beim Hochtragen der Ausrüstung zum Siphon. Nach zwei Mal hin und her gehen war alles oben und wir konnten uns bereit machen für den Tauchgang. Ich tauchte als Erster ab mit meinem Kreisel und einer 80 cft Stage als Bailout. Robert sagte mir im voraus schon, dass sehr viel Sediment von der Decke kommt und die Sicht schnell verschlechtert wird bis zu null Sicht! Siegi nahm Doppel 7 mit zusätzlicher Stage und hatte den Fotoapparat mit. Ich hatte gleich nach den ersten Metern Probleme durch den Eingangsversturz den Weg zu finden.



Nach 5 Minuten hatte ich es dann endlich geschafft, die ersten 4 Meter durch den Versturz zu überwinden und befand mich in einem geräumigen Gang. Ich dachte mir, dass es Siegi mit Sicherheit nicht besser da durch gehen wird und entschloss mich dazu, weiter in die Höhle vorzudringen um Leine zu legen. Die Sicht war fantastisch mit bis zu 20 Meter! Lautlos und ohne Blasen zu machen setzte ich meinen Weg weiter ins Berginnere fort. Die damals von Robert verlegte Leine ist zerrissen und liegt im Gang herum. Nach den ersten Metern im geräumigen Gang verändert der sich plötzlich und geht in eine breite, schräge, nur 60-100 cm hohe Schichtfuge über. Nicht ganz übersichtlich ist das Ganze, da es sehr breit wird.
Ich suchte immer wieder nach Resten der alten Leine und legte die neue dort entlang. Der Weg ans Ende war sehr mühsam, immer wieder blieb ich mit irgendetwas am Boden oder an der Decke hängen. Nach 32 Minuten Tauchzeit und rund 100 Meter abgespulter Leine entschloss ich mich umzudrehen, um nach Siegi zu schauen. Mein Endpunkt befand sich deutlich hinter dem damalig bekannten Umkehrpunkt von Robert. Da ich die Strecke nicht vermaß, nahm ich die Leine wieder mit bis zu einer Eindringtiefe von 50 Metern ab Eingang. Die Sicht war immer noch extrem gut und in der Ferne sah ich schon das Blitzlicht von Siegis Fotoapparat.
Je näher ich zu ihm kam, umso schlechter wurde die Sicht. Seine Ausatemblasen lösten das Sediment von der Decke, was zur Folge hatte, dass ich nicht einmal mehr die Leine sehen konnte.
Wir machten uns also auf den Rückweg. Nach 58 Minuten bei einer maximalen Tiefe von 14,2 Meter beendete ich meinen Tauchgang.
Die Höhle verspricht jede Menge an Neuland und wird mit Sicherheit noch öfters Ziel unserer Tauchgänge werden.

Glück Tief, gut Luft
Gerhard